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Bad Wörishofen - Geschichte

1067   Die Herrschaft „Werenshova" wird erstmals urkundlich erwähnt

1243   Werenshovas Besitzerin Christina von Fronhofen schenkt, weil kinderlos geblieben, die Herrschaft Wörishofen an die Dominikaner

1251   Das Kloster St. Katharina in Augsburg wird errichtet und erhält das Patronatsrecht auf die Wörishofener Kirche St. Justina und entwickelt die Herrschaft in den nächsten Jahrhunderten

1629   Die Pest rafft 500 Wörishofer davon. Am Pestgottesacker wird eine Kapelle errichtet und dem heiligen Sebastian geweiht. Die Figur steht heute am Seitenaltar von St. Justina

1719-1721   Bau des Klosters unter Leitung von Dominikus Zimmermann.

1802   Die Säkularisation beendet die Klosterherrschaft
17. Mai 1821 In Stephansried bei Ottobeuren wird Sebastian Kneipp als Sohn einer ärmlichen Webersfamilie geboren. Im Elternhaus herrscht bittere Armut, Baschtl arbeitet als Hütebub und ab dem 11. Lebensjahr 8-10 Stunden täglich am Webstuhl im feuchten Keller.

1842   Der junge Kneipp wollte unbedingt studieren und „geistlich“ werden. Am Tag seines 21. Geburtstages brennt sein Elternhaus ab. Mit darin 72 Gulden, die er sich durch harte Arbeit für sein Studium erspart hatte. Kneipp zog fort und fand im Kaplan Matthias Merkle in Grönenbach den ersehnten Helfer. Als Merkle nach Augsburg versetzt wird, nimmt er Kneipp mit. Im Alter von 23 Jahren kann Kneipp ins Gymnasium zu Dillingen eintreten. Nun zeigten die Entbehrungen in der Kindheit ihre Folgen: Kneipp erkrankt an Lungenschwindsucht und gilt als hoffnungsloser Fall. In München entdeckt der Student dann durch glückliche Fügung in der Hofbibliothek ein Büchlein „Unterricht von Krafft und Wirkung des frischen Wassers in die Leiber der Menschen insbesondere der Kranken“ von Dr. Johann Siegmund Hahn, Practikus in Schweidnitz/Schlesien. Zurück wieder gesund, konnte Kneipp am Georgianum in München weiterstudieren.

1852   Kneipp wird in Augsburg zum Priester geweiht.

1881   Vater Sebastian Kneipp wird Pfarrherr von St. Justina. Ab diesem Jahr stieg auch die Zahl der Menschen, die bei Kneipp Hilfe suchten.

1884   Es kommen immer mehr Gäste, 40 Priester sind hier, im Jahr darauf bereits 60. Kneipp beginnt an einem Buch zu schreiben.

1886   „Meine Wasserkur“ erscheint in erster Auflage, das in kurzer Zeit in 14 Sprachen übersetzt und auf der ganzen Welt verbreitet war. Der Anfang des Kurortes Wörishofen.

1889   Jetzt werden alle Gäste registriert: 2.626 sind es.

Um 1889   begann der Kurbetrieb unter der Leitung von Pfarrer Sebastian Kneipp als Pfarrherr von St. Justina.

1890   Bis November bereits 5.057 Gäste. Bei einer Abstimmung des Gemeinderates, ob Wörishofen Dorf bleiben oder Kurort werden solle, unterliegen die Dörfler um eine Stimme. Einige Ärzte überzeugen sich von Kneipps Methode und erlernen sie, und einige wie Dr. Baumgarten treten sein Erbe an.

1893   Der von einem chronischen Leiden kurierte Erzherzog Joseph von Österreich bittet den Papst, Kneipps Leben und Werk zu prüfen. Kneipp, der etliche Prozesse wegen Kurpfuscherei hinter sich hat, wird von Papst Leo XIII zum Monsignore und päpstlichen Geheimkämmerer ernannt.

Von 1889 bis 1897   entstehen 132 Neubauten in Wörishofen, die Einwohnerzahl steigt auf 2.746, die der Gästebetten auf rund 3.000. Zu den Bauten zählen die drei Stiftungen des großen Helfers der Menschheit: das Sebastianeum (ehemals Priesterkurhaus), die Kneippsche Kinderheilstätte und das Kneippianum.

17. Juni 1897   Um 4.30 Uhr morgens verstirbt Sebastian Kneipp. Zunächst bedeutet dies einen Einbruch bei den Kurgästen. Beherzigte Wörishofener Bürger und die Ärzte schaffen es jedoch, dem Kurort eine Zukunft zu ermöglichen. Zweimal dient Wörishofen als Lazarettstadt, sowohl im ersten als auch im zweiten Weltkrieg konnte hier kranken und verwundeten Soldaten geholfen werden.

1920   Wörishofen erhält vom Bayerischen Staatsministerium des Innern das Prädikat „Bad“ verliehen.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 gehörte Bad Wörishofen zur Amerikanischen Besatzungszone. Die amerikanische Militärverwaltung richtete ein DP-Lager ein zur Unterbringung so genannter Displaced Persons (DP). Die meisten von ihnen stammten aus Litauen. Das Lager wurde von der UNRRA betreut und hatte sein eigenes von der UNRRA herausgegebenes Zahlungsmittel.

1949   Die Einwohnerzahl hat sich nach Kriegsende nahezu verdoppelt, der Kurbetrieb war bereits wieder angekurbelt. Bad Wörishofen wird vom Bayerischen Staatsministerium des Innern zur Stadt erhoben.

1972   Bad Wörishofen entscheidet sich bei der Gebietsreform für den Landkreis Unterallgäu. Weiter beschert sie die Ortsteile Schlingen, 1976 Kirchdorf, 1978 Stockheim und Dorschhausen.

1980-1990   Die meisten Straßen im Zentrum des Heilbades werden verkehrsberuhigt. Eine Umgehungsstraße beendet den Durchgangsverkehr.

1989   Mit 1.440.000 Übernachtungen konnte Bad Wörishofen in diesem Jahr die bisher größte Zahl an Gästen zur Kneippkur begrüßen.

1997   Die Stadt Bad Wörishofen gedenkt seines Pfarrers Sebastian Kneipp, dessen ganzheitliche Gesundheitslehre nach wie vor die einfachste und beste Methode ist, fit zu bleiben und gesund zu leben.

1999   Die Stadt feiert ein Doppeljubiläum: 50 Jahre Stadterhebung - 50 Jahre Kneippheilbad

2002   Die Unternehmergruppe Wund schließt mit der Stadt einen Vertrag über den Bau einer Therme und beginnt im September des gleichen Jahres mit den Bauarbeiten. Der Kurpark wird um 25.000 m² erweitert und die Kurverwaltung bezieht ihr neues Domizil am Luitpold-Leusser-Platz 2, gegenüber dem Kurhaus

2004   Das neue Parkleitsystem wird im April installiert. Die Therme Bad Wörishofen wird am 1. Mai eröffnet. In der gesamten Stadt wird gefeiert. Tausende von Besuchern bewegen sich von Nord (Therme) nach Süd (Maibaum, Kurpark) und zurück. Ein großes Feuerwerk am Nordrand der Stadt beendet diesen Tag.

2005   Vor 150 Jahren: Einzug Sebastian Kneipp am 2. Mai in das Dominikanerinnen-Kloster in Wörishofen. Anlässlich dieses Jubiläums finden eine Vielzahl von Sonderveranstaltungen in Bad Wörishofen statt. Rechtzeitig zum Weihnachtsfest wurde die Innenrenovierung der Pfarrkirche St. Justina abgeschlossen. Die Therme konnte ihren einmillionsten Besucher begrüssen.




 
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